Inklusive Schulungen erstellen: Ein Praxisleitfaden

Inklusive Schulungen gewinnen im deutschen Markt zunehmend an Bedeutung. Unternehmen stehen vor der Aufgabe, Trainings so zu gestalten, dass sie für unterschiedliche Zielgruppen verständlich, zugänglich und wirksam sind. Dieser Praxisleitfaden ordnet das Thema ein, zeigt relevante Anforderungen und erklärt, worauf es bei der Erstellung inklusiver Trainingsinhalte ankommt.

Gepostet am
23. Jan 2026
Aktualisiert am
23. Jan 2026
Lesezeit
4 Minuten
Geschrieben von
Eliz - Produktvermarkter

Warum inklusive Trainingsinhalte für den deutschen Markt relevant sind

Inklusive Trainingsinhalte tragen dazu bei, dass Schulungen von möglichst vielen Mitarbeitern verstanden und genutzt werden können. 

Im deutschen Markt ist das besonders relevant, weil Unternehmen mit heterogenen Belegschaften arbeiten und Schulungen häufig verpflichtend sind.

Zusätzlich steigt der regulatorische Druck. Barrierefreiheit und Gleichbehandlung betreffen längst nicht mehr nur Websites, sondern auch digitale Lernangebote. 

Trainings, die technisch oder inhaltlich nicht zugänglich sind, können rechtliche und wirtschaftliche Risiken bergen.

Aus unternehmerischer Sicht verbessern inklusive Trainings die Wirksamkeit von Weiterbildung. Sie reduzieren Abbrüche, senken Wiederholungskosten und erhöhen die Akzeptanz bei Mitarbeitern.

Zielgruppen realistisch analysieren und Nutzungskontexte definieren

Inklusive Trainingsinhalte richten sich an sehr unterschiedliche Zielgruppen. Dazu zählen Mitarbeiter mit verschiedenen Sprachkenntnissen, unterschiedlichem fachlichem Vorwissen und abweichender technischer Erfahrung. 

Ebenso relevant sind Menschen mit körperlichen, sensorischen oder kognitiven Einschränkungen, die Trainings anders wahrnehmen oder bedienen.

Auch neue Mitarbeiter, Teilzeitkräfte, externe Teilnehmer oder international zusammengesetzte Teams nutzen Trainings unter anderen Voraussetzungen.

Ebenso unterscheiden sich die Nutzungskontexte. Pflichtschulungen, Onboarding-Inhalte oder freiwillige Weiterbildungen werden in unterschiedlichen Situationen genutzt, etwa am Arbeitsplatz, mobil oder unter Zeitdruck. 

Trainings, die diese Rahmenbedingungen berücksichtigen, werden häufiger verstanden und abgeschlossen.

Wenn Zielgruppen und Nutzungskontexte berücksichtigt werden, lassen sich Inhalte klarer strukturieren, passender aufbereiten und wirksamer vermitteln.

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Rechtliche Anforderungen an barrierefreie Schulungen in Deutschland

Zentral ist das Behindertengleichstellungsgesetz (BGG). Es verpflichtet öffentliche Stellen des Bundes, ihre digitalen Angebote barrierefrei zu gestalten. Dazu zählen auch digitale Schulungen und Weiterbildungsangebote, wenn sie von Behörden bereitgestellt oder beauftragt werden. 

Die Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV 2.0) konkretisiert diese Anforderungen und orientiert sich an den international anerkannten WCAG-Standards.

BGG und BITV 2.0 gelten unmittelbar für Bundesbehörden. Sie setzen jedoch Standards, die auch für Unternehmen relevant sein können, etwa bei öffentlichen Ausschreibungen, Auftragsvergaben oder der Nutzung externer Lernplattformen.

Für private Unternehmen wird Barrierefreiheit durch das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) relevant. Das Gesetz setzt den European Accessibility Act um und gilt ab Juni 2025 für bestimmte digitale Produkte und Dienstleistungen. Digitale Schulungs- und Lernangebote können darunter fallen, wenn sie extern bereitgestellt oder kommerziell genutzt werden.

Unabhängig davon greift das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Es verbietet Benachteiligung wegen einer Behinderung im Arbeitskontext. Schulungen, die für einzelne Mitarbeiter faktisch nicht nutzbar sind, können als mittelbare Diskriminierung gewertet werden.

Was bei der Erstellung inklusiver Trainingsinhalte zu beachten ist

Inklusive Trainingsinhalte entstehen nicht durch einzelne Maßnahmen, sondern durch eine konsistente Gestaltung. Sprache, Technik, Formate und Beispiele sollten so aufeinander abgestimmt sein, dass Inhalte für möglichst viele Teilnehmer verständlich und nutzbar sind. Ziel ist nicht Vereinfachung um jeden Preis, sondern Zugänglichkeit und Wirksamkeit.

1. Klare und verständliche Sprache verwenden

Trainingsinhalte sollten eindeutig formuliert und logisch aufgebaut sein. Lange Schachtelsätze, unnötiger Fachjargon und interne Abkürzungen erschweren das Verständnis. Begriffe sollten konsistent verwendet und Inhalte klar strukturiert werden. Verständliche Sprache reduziert Fehler, Rückfragen und Abbrüche.

2. Barrierefreiheit für Trainings und Schulungen technisch mitdenken

Technische Barrierefreiheit ist ein zentraler Bestandteil inklusiver Trainings. Je nach rechtlichem Rahmen sollten Inhalte mit Hilfsmitteln wie Screenreadern nutzbar sein, Videos sollten Untertitel enthalten und die Navigation logisch aufgebaut sein. Barrierefreiheit lässt sich am wirksamsten umsetzen, wenn sie von Beginn an in die technische Konzeption einbezogen wird.

3. Unterschiedliche Lernformate anbieten

Menschen lernen unterschiedlich. Inklusive Trainings kombinieren Texte, visuelle Elemente, Audio und interaktive Inhalte. Wichtig ist, dass kein einzelnes Format zwingend erforderlich ist. Inklusive Trainings sind so gestaltet, dass Inhalte auch dann verständlich bleiben, wenn bestimmte Formate nicht genutzt werden können.

4. Stereotype vermeiden, Realität abbilden

Inklusive Inhalte verzichten auf Klischees und vereinfachende Darstellungen. Beispiele, Szenarien und Bilder sollten die tatsächliche Vielfalt der Arbeitswelt widerspiegeln, ohne belehrend zu wirken. Praxisnahe Darstellungen sind wirksamer als idealisierte oder moralisch aufgeladene Beispiele.

5. Feedback einplanen und Inhalte iterieren

Inklusion ist kein einmaliger Zustand. Regelmäßige Überprüfung hilft, Trainingsinhalte aktuell und verständlich zu halten. Rückmeldungen von Teilnehmern zeigen, wo Inhalte unklar oder unzugänglich sind. Was nicht verstanden wird, erfüllt seinen Zweck nicht, unabhängig von der ursprünglichen Intention.

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Easy LMS ist eine cloudbasierte Lernplattform, mit der Unternehmen Schulungen, Kurse, Prüfungen und Bewertungen zentral erstellen und verwalten können. 

Sie bietet eine intuitive Benutzeroberfläche für Administratoren und Teilnehmer, was die Erstellung und Nutzung von Trainings erleichtert.

Mit Easy LMS können Inhalte wie Texte, Bilder, Videos, interaktive Elemente, Quizfragen oder Umfragen kombiniert werden. So lassen sich modulare Lernpfade gestalten, die unterschiedliche Lernstile bedienen und die aktive Teilnahme fördern. 

Die Plattform ermöglicht es außerdem, Teilnehmergruppen zu organisieren und Inhalte spezifisch zuzuweisen.

Die Oberfläche ist in mehreren Sprachen verfügbar und für verschiedene Endgeräte ausgelegt, sodass Lernende die Inhalte flexibel nutzen können. Berichte und Auswertungen machen Fortschritte und Wissenslücken sichtbar und unterstützen Verantwortliche dabei, Trainings gezielt anzupassen.

Easy LMS kann die Bereitstellung und Pflege inklusiver Trainings unterstützen, indem es die Strukturierung, Aktualisierung und Auswertung von Lerninhalten vereinfacht. 

Die Nutzung der Plattform entbindet Unternehmen jedoch nicht von der inhaltlichen und rechtlichen Verantwortung für Barrierefreiheit und Zugänglichkeit.

Hier kann EasyLMS kostenfrei getestet werden.

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