Wie erstelle ich eine SWOT-Analyse?
Eine SWOT-Analyse funktioniert nur dann, wenn sie fokussiert und sauber strukturiert durchgeführt wird. Die folgenden Schritte haben sich in der Praxis bewährt.
Schritt 1: Ziel und Analyseobjekt festlegen
Zu Beginn muss klar sein, was genau analysiert werden soll.
Eine SWOT-Analyse kann sich auf ein Unternehmen insgesamt beziehen, aber auch auf ein einzelnes Produkt, ein Projekt oder eine konkrete Entscheidung.
Je enger das Analyseobjekt gefasst ist, desto brauchbarer sind die Ergebnisse. Unklare Ziele führen fast immer zu allgemeinen Aussagen ohne Entscheidungswert.
Schritt 2: Stärken und Schwächen analysieren
In diesem Schritt werden interne Faktoren betrachtet, also Aspekte, die direkt beeinflussbar sind.
Typische Leitfragen:
Welche Kompetenzen oder Ressourcen sind vorhanden?
Wo gibt es Engpässe, Abhängigkeiten oder Defizite?
Welche Prozesse funktionieren gut, welche nicht?
Wichtig ist, realistisch zu bleiben. Beschönigte Stärken und verdrängte Schwächen machen die Analyse unbrauchbar.
Schritt 3: Chancen und Risiken identifizieren
Nun folgen die externen Einflussfaktoren, die nicht kontrollierbar sind, aber berücksichtigt werden müssen.
Dazu zählen unter anderem:
Markt- und Wettbewerbssituation
technologische Entwicklungen
rechtliche oder wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Hier geht es nicht um Prognosen, sondern um plausible Entwicklungen, auf die man vorbereitet sein sollte.
Schritt 4: Ergebnisse priorisieren
Nicht jeder identifizierte Punkt ist gleich relevant. Deshalb sollten die Ergebnisse bewertet und eingeordnet werden.
Hilfreiche Fragen:
Welche Faktoren haben den größten Einfluss?
Welche sind kurzfristig entscheidend?
Welche lassen sich ignorieren, ohne Risiken einzugehen?
Eine kurze, klare Liste ist wertvoller als eine lange Sammlung.
Schritt 5: Ableitungen treffen
Die SWOT-Analyse endet nicht mit der Matrix. Entscheidend ist, was daraus folgt.
Typische Ableitungen sind:
Nutzung von Stärken zur Ausschöpfung von Chancen
Abbau kritischer Schwächen
Absicherung gegen zentrale Risiken
Damit wird aus der Analyse eine handlungsrelevante Grundlage für Entscheidungen, Workshops oder Trainings.
SWOT-Analyse Beispiel aus der Praxis
Das folgende Beispiel zeigt, wie du eine SWOT-Analyse nutzen kannst, um die Einführung eines neuen Angebots vorzubereiten.
Ausgangssituation:
Ein mittelständisches Weiterbildungsunternehmen bietet bisher ausschließlich Präsenzseminare an. Aufgrund sinkender Teilnehmerzahlen prüft das Unternehmen, zusätzlich Online-Trainings anzubieten. Ziel ist es, neue Zielgruppen zu erreichen und bestehende Inhalte besser zu skalieren.
Konkrete SWOT-Analyse:
Stärken:
Hohe fachliche Expertise der Trainer
Bestehende Seminarunterlagen und Trainingskonzepte
Guter Ruf bei Bestandskunden
Schwächen:
Kaum Erfahrung mit digitalen Lernformaten
Keine interne Lernplattform
Trainer sind auf Präsenzformate spezialisiert
Chancen:
Wachsende Nachfrage nach ortsunabhängigen Weiterbildungen
Bestehende Kunden können leichter erneut erreicht werden
Inhalte lassen sich mehrfach nutzen
Risiken:
Starker Wettbewerb durch etablierte E-Learning-Anbieter
Technische Umsetzung erfordert zusätzliche Investitionen
Akzeptanzprobleme bei Trainern oder Teilnehmern
Was dieses Beispiel zeigt
Die SWOT-Analyse macht deutlich, dass der Einstieg in Online-Trainings inhaltlich gut vorbereitet, organisatorisch aber anspruchsvoll ist. Die größte Stärke liegt im vorhandenen Wissen, die größte Schwäche in der fehlenden digitalen Infrastruktur. Daraus lassen sich nun Maßnahmen und nächste Schritte ableiten.
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SWOT-Analyse im Training effektiv einsetzen
In Trainings und Workshops wird die SWOT-Analyse oft nur einmal durchgeführt. Die Ergebnisse landen auf Flipcharts oder in Präsentationen und werden später kaum noch genutzt. Genau hier geht in der Praxis viel Potenzial verloren.
Mit einem Learning Management System wie EasyLMS lassen sich SWOT-Ergebnisse weiterverwenden, statt sie nur zu dokumentieren. Trainer und Personalentwickler können die Analyse zum Ausgangspunkt für weitere Lernschritte machen.
Ein typischer Einsatz sieht so aus:
Teilnehmer erstellen im Training ihre SWOT-Analyse als Aufgabe
Ergebnisse werden zentral gesammelt
Darauf aufbauend folgen gezielte Schulungen, kurze Tests oder Workshops
Fortschritte lassen sich über Gruppen und Lernpfade nachvollziehen
EasyLMS dient dabei nicht nur für einzelne Analysen, sondern als zentrale Plattform für Schulungen, Onboardings, Assessments und strukturierte Lernprozesse.
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Nützliche Ressourcen
(PDF) SWOT Analysis: A Theoretical Review
NCBI - WWW Error Blocked Diagnostic
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0024630123000110