Warum ist multisensorisches Lernen wichtig?
Wenn Sie, wie viele Beratungsunternehmen, vor der Erstellung von Inhalten Wissenslücken prüfen, können Sie diese mit Hilfe eines multisensorischen Designs gezielter angehen.
In der beruflichen Weiterbildung ist Kompetenz das Ziel. Ihre Kunden möchten nicht nur, dass ihre Mitarbeiter den Kurs absolvieren. Sie möchten den Nachweis, dass die Teilnehmer das Gelernte auch anwenden können – insbesondere in Bereichen, in denen Compliance, Sicherheit und Zertifizierungen eine große Rolle spielen. Und genau hier macht multisensorisches Lernen einen echten Unterschied.
Wenn Schulungen auf einem einzigen Format basieren – beispielsweise Langtextmodulen oder Präsentationen mit Folien –, können die Lernenden zwar den Stoff durcharbeiten, aber das garantiert noch kein Verständnis. Sie erkennen die Informationen vielleicht in einem Quiz wieder, haben aber Schwierigkeiten, sie in realen Situationen anzuwenden.
Multisensorisches Lernen verringert die Kluft zwischen Exposition und Anwendung.
Durch die Kombination von Erklärung, Visualisierung, Interaktion und Bewertung vertiefen Sie dasselbe Konzept aus verschiedenen Blickwinkeln. Das erleichtert den Lernenden später den Abruf des Wissens. Das gilt nicht nur während der Prüfung, sondern auch im Beruf.
Für Schulungsanbieter und Beratungsunternehmen bedeutet dies messbare Vorteile:
Weniger wiederholte Fehler nach dem Training.
Gleichmäßigere Prüfungsleistungen über alle Teilnehmergruppen hinweg.
Deutliche Verbesserung zwischen den Ergebnissen der Vor- und Nachbewertung.
Stärkere Belege bei der Berichterstattung über Ergebnisse an Kunden.
Größeres Vertrauen in Ihre Schulungsprogramme.
Wenn Sie, wie viele Beratungsunternehmen, vor der Erstellung von Inhalten Wissenslücken prüfen, können Sie diese mit Hilfe eines multisensorischen Designs gezielter angehen. Wenn beispielsweise Mitarbeiter die Theorie verstehen, aber bei szenariobasierten Prüfungen scheitern, wissen Sie, dass die Schulung mehr anwendungsorientierte, entscheidungsorientierte Übungen benötigt.
Anstatt mehr Inhalte hinzuzufügen, verbessern Sie die Erfahrung. Und genau dieser Wandel – vom Hinzufügen von Informationen zum Vertiefen des Verständnisses – macht aus Schulungen eine echte Leistungssteigerung.
Wie sieht multisensorisches Lernen eigentlich aus, wenn man es bewusst gestaltet?
Multisensorische Lernstrategien, Techniken und Aktivitäten
Multisensorisches Lernen bedeutet nicht, die Lernenden mit allem auf einmal zu überfordern. Es bedeutet, bewusst zu entscheiden, wie Informationen vermittelt und wie sie geübt werden.
Hier sind fünf praktische Strategien, die besonders gut im Kontext der beruflichen Weiterbildung funktionieren.
1. Kombinieren Sie visuelle und auditive Reize
Ein guter Ausgangspunkt ist die Präsentation von Informationen sowohl visuell als auch akustisch. Anstelle einer langen schriftlichen Erläuterung einer Vorschrift sollten Sie diese mit einem kurzen, von Experten geführten Video vorstellen, in dem die wichtigsten Punkte visuell auf dem Bildschirm dargestellt werden.
Der Lernende hört die Erklärung und sieht gleichzeitig die Struktur. Diese doppelte Information stärkt das Verständnis, ohne ihn zu überfordern. Bei Schulungen zu Compliance funktioniert dies besonders gut bei komplexen Verfahren, die allein anhand von Text schwer zu verstehen sind.
2. Verwenden Sie aktives Erinnern, um Ihr Gedächtnis zu stärken
Nach der Einführung eines Konzepts sollten die Lernenden in der Lage sein, dieses abzurufen.
Kurze Quizfragen, szenariobasierte Fragen und zeitlich begrenzte Wissensüberprüfungen zwingen das Gehirn dazu, Informationen abzurufen. Dieser als „Retrieval Practice“ bezeichnete Prozess stärkt die Gedächtnisleistung erheblich. Er spiegelt auch den Druck in der realen Welt wider, insbesondere in regulierten Umgebungen, in denen Mitarbeiter Informationen schnell und genau abrufen müssen.
Für Schulungsanbieter hat dieser Schritt direkte Auswirkungen auf die Erfolgsquote und messbare Lernergebnisse.
3. Einführung von Simulationen aus der Praxis
Theorie wird erst dann wirkungsvoll, wenn sie angewendet wird.
Anstatt zu fragen: „Was besagt diese Richtlinie?“, stellen Sie eine Situation dar: „Ein Mitarbeiter meldet X. Was ist Ihr nächster Schritt?“ Selbst einfache, szenariobasierte Fragen bringen die Lernenden vom Erkennen zum Entscheiden.
Für Beratungsunternehmen, die Leistungslücken prüfen, treten hier häufig Schwachstellen zutage, und gezielte Verbesserungen können hier den größten Unterschied bewirken.
4. Reflexion und Erklärungen fördern
Erwachsene lernen am besten, wenn sie neue Informationen mit ihren eigenen Erfahrungen verknüpfen.
Wenn Lernende gebeten werden, einen Vorgang mit eigenen Worten zusammenzufassen oder zu erkennen, wie sich eine Vorschrift auf ihre Rolle auswirkt, wird eine tiefere Verarbeitung angeregt. Außerdem erhält man so wertvolle Einblicke in Missverständnisse, die in Multiple-Choice-Prüfungen möglicherweise nicht zutage treten würden.
5. Verstärken Sie Schlüsselkonzepte über alle Formate hinweg
Wiederholung funktioniert, aber nur, wenn sie absichtlich erfolgt.
Eine wichtige Compliance-Regel könnte zunächst in einem kurzen Video, dann in einer Infografik-Checkliste und später in einer Prüfungsfrage vorkommen. Jede Wiederholung stärkt die Erinnerung, da sich der Lernende jedes Mal auf andere Weise mit dem Konzept auseinandersetzt.
Für Schulungsanbieter, die mit mehreren Kunden zusammenarbeiten, erleichtert dieser Ansatz auch die Identifizierung von Bereichen, in denen Schulungen verbessert werden müssen. Wenn Lernende regelmäßig bei szenariobasierten Fragen scheitern, aber theoretische Fragen bestehen, erkennen Sie sofort, wo es an praktischem Verständnis mangelt.
Beispiele für multisensorisches Lernen für verschiedene Altersgruppen
Multisensorischer Unterricht wird oft mit Kindern in Verbindung gebracht, ist jedoch nicht altersspezifisch. Die Prinzipien gelten für das gesamte Leben. Schauen wir uns einmal an, wie sich dies entwickelt.
1. Multisensorisches Lernen in der frühen Kindheit
In der frühkindlichen Bildung ist multisensorisches Lernen sehr praxisorientiert.
Kinder könnten:
Buchstaben nachzeichnen und dabei die Laute laut aussprechen.
Zum Zählen Gegenstände verwenden.
Lieder singen, um sich Reihenfolgen zu merken.
Geschichten nachspielen.
Das Ziel besteht darin, körperliche Bewegung, Geräusche und Sehen miteinander zu verbinden, um grundlegende neuronale Bahnen aufzubauen. Mit zunehmendem Alter der Lernenden ändern sich jedoch die Hilfsmittel, auch wenn die kognitiven Mechanismen gleich bleiben.
2. Multisensorisches Lernen in der Primar- und Sekundarstufe
In Schulen wird der multisensorische Unterricht strukturierter.
Lehrer könnten kombinieren:
Die Schüler lernen nicht nur durch den Konsum von Inhalten, sondern auch durch die Interaktion mit ihnen. Bewertungen, Präsentationen und Gemeinschaftsprojekte verstärken das Lernen über mehrere Kanäle hinweg.
Während im Unterricht das multisensorische Lernen sichtbar wird, wird es in der Erwachsenenbildung oft übersehen, obwohl Erwachsene genauso davon profitieren.
3. Multisensorisches Lernen in der Erwachsenenbildung und am Arbeitsplatz
Hier wird es für Schulungsanbieter und Beratungsunternehmen relevant.
Erwachsene wollen effizientes, relevantes Lernen. Das bedeutet jedoch nicht, dass ein einheitliches Trainingsformat am besten funktioniert. Im Bereich des Lernens am Arbeitsplatz können multisensorische Strategien Folgendes umfassen:
Ein kurzes, von Experten geführtes Video, in dem eine Vorschrift erläutert wird.
Eine herunterladbare Checkliste für die praktische Umsetzung.
Ein Compliance-Szenario mit entscheidungsbasierten Fragen.
Eine zeitlich begrenzte Zertifizierungsprüfung.
Eine Umfrage zur Reflexion nach der Schulung.
Dieser mehrschichtige Ansatz stellt sicher, dass Sie Wissen nicht nur vermitteln, sondern auch anwenden und messen. Darüber hinaus liefert dieser Ansatz eine wichtige Ressource: Daten.
Abschlussquoten, Bestehensquoten, Verbesserungen im Laufe der Zeit – diese KPIs gewinnen deutlich an Bedeutung, wenn das Lernen auf Beibehaltung des Gelernten ausgerichtet ist. Das führt uns natürlich zu den Tools, die dies skalierbar machen.
Multisensorische Lernwerkzeuge für die Ausbildung am Arbeitsplatz
Multisensorisches Lernen zu konzipieren ist eine Sache. Es konsistent umzusetzen und seine Wirksamkeit nachzuweisen ist eine andere. Für Beratungsunternehmen und Schulungsanbieter, die mit mehreren Kunden zusammenarbeiten, reicht guter Inhalt allein nicht aus. Sie benötigen eine Plattform, mit der Sie Formate kombinieren, Teilnehmer verwalten und Ergebnisse übersichtlich dokumentieren können.
Hier kann ein Lernmanagementsystem (LMS) wie Easy LMS helfen. Damit können Sie interaktive Lernerfahrungen gestalten und gleichzeitig die Verwaltung und Berichterstellung einfach halten, selbst wenn Sie jeden Monat Hunderte von Teilnehmern schulen.
In der Praxis bedeutet das, dass Sie:
Erstellen Sie Online-Prüfungen, um das Wissen vor und nach der Schulung zu testen.
Fügen Sie Kursinhalte hinzu, um verschiedene Lernformate zu unterstützen.
Stellen Sie Zertifikate automatisch aus, wenn die Teilnehmer die Prüfung bestehen.
Verwenden Sie visuelle Dashboards und Berichte, um Abschluss- und Bestehensquoten zu verfolgen.
Passen Sie alles an die Marke Ihres Kunden an, damit er sich wie zu Hause fühlt.
Für Beratungsunternehmen stärkt dies den gesamten Zyklus aus Audit, Schulung und Messung. Sie können Wissenslücken mit einer diagnostischen Prüfung identifizieren, gezielte multisensorische Schulungen anbieten und durch klare Berichterstattung messbare Verbesserungen nachweisen.
Für Schulungsanbieter, die mehrere Kunden verwalten, erhalten Sie eine klare Struktur. Jeder Kunde kann seine eigene Umgebung haben, die Teilnehmer bleiben organisiert und die Leistungsdaten sind jederzeit zugänglich.
Und genau das verlangt die moderne Ausbildung am Arbeitsplatz.
Fazit: Der multisensorische Lernansatz ist von der Kindheit bis zur Erwachsenenbildung wirksam.
Multisensorisches Lernen ist ein wissenschaftlich fundierter Ansatz, der auf der Art und Weise basiert, wie das Gehirn Informationen verarbeitet. Von frühkindlichen Klassenzimmern bis hin zu Compliance-Programmen in Unternehmen gilt immer dasselbe Prinzip: Wenn Lernende Informationen sehen, hören, diskutieren und anwenden, können sie sich diese besser merken.
Für Schulungsanbieter und Beratungsunternehmen bedeutet dies konkret:
Bessere Kundenbindung.
Höhere Erfolgsquote.
Übersichtlichere KPI-Berichterstattung.
Stärkere Kundenbeziehungen.
Kontinuierliche Verbesserungsmöglichkeiten.
Und in einer Welt, in der Lernergebnisse messbar sein müssen, ist multisensorisches Design strategisch klug.
Nützliche Ressourcen
Neue Forschungsergebnisse zum multisensorischen Lernen
Wikipedia
Die multisensorische Methode nach Orton-Gillingham